Gepäcklösung

Softbags Erfahrungsberichte

Wer mit der Enduro auch über die eigene „Hausrennstrecke“ hinaus die Welt offroad erkunden möchte, hat irgendwann ein Problem. Entweder er kümmert sich um feste Unterkünfte und/oder Anhänger oder er muss sich Gedanken um eine Gepäcklösung für sein Motorrad machen. Womit wir dann auch in den Bereich Reiseenduro kommen. Ich fasse hier kurz meine Erfahrungen zusammen die ich von Zeit zu Zeit auch wieder aktualisiere.

Hier vorab meine Packliste für längere Touren.

Ich bin durch Freunde überhaupt erst nach 20 Jahren Enduro fahren in die „Reiseenduro“ Szene hinein gerutscht. Davor war der Radius eher auf die nähere Umgebung meiner Wohnorte beschränkt. Zum ersten Treffen bin ich einfach mit normalem Schlafsack und geliehenem Zelt. Die ersten Taschen waren von Rhinowalk, die ich auf Grund einer Empfehlung gekauft habe. Am Ende habe ich verschiedenste Anbieter wie Touratech, Kriega & Co ausprobiert und finde die Rhinowalk für Einsteiger oder Softendurofahrer immer noch super. Wobei Kriega als AllInOne Lösung mittlerweile meistens in Nutzung ist. Mittlerweile besitze ich die Rhinowalk Multifunktional 20L (meine ersten Taschen) und die Satteltaschen in 18L & 48L. Wobei ich nach einigen Touren für längere Ausflüge doch die rechteckige Variante bevorzuge. Natürlich muss auch hier jeder seine eigene Lösung, für seine Ansprüche finden. Auswahl gibt es auf jeden Fall genug.

Die Rhinowalk haben sich bei mir perfekt bewährt und passen gut ins Budget. Für den Start ins erste Abenteuer sind sie perfekt. Den meisten Stauraum bieten tatsächlich die (2x) 20L Multifunktional, die rechteckige Form lässt sich eindeutig besser packen. Dafür muss man schauen wie man sie am Besten befestigt (Ich habe Schlaufen unter der Sitzbank am Rahmen befestigt). Hat man hier einen Dreh gefunden verfügt man über eine sehr robuste low budget Gepäcklösung . Dennoch sind Satteltaschen auf den meisten Enduros einfacher zu befestigen, bieten aber nicht den gleichen Stauraum und nerven evtl. mit einem Gurt über der Sitzbank (gerade bei Großgewachsenen).

Die 18L (2x9L) Variante nutze ich für lange Tagestouren oder Wochenendtrips ohne Zelt. Reifenwerkzeug, Ersatzschlauch, zweite Crossbrille, Regenzeug (in den Molletaschen), Zahnbürste, Hose, T-Shirt und Kleinkram passen locker zusammen hinein. Selbst ein Helinox One passt ohne Probleme in eine 9L Tasche.

Die 48L Bags (gefühlt 20L pro Seite) reichen dann in Verbindung mit einer Rolle schon für größere Touren oder Reisen mit dem Zelt. Schlafsack, Isomatte, Werkzeug und Zelt bekommt man schon gut unter in den beiden Taschen. Ich habe an beiden Satteltaschen noch eine zusätzliche Molle Tasche befestigt, hier ist zum Beispiel das Regenzeug für mich leicht zugänglich untergebracht. Wie aber schon weiter oben geschrieben sind die „rechteckigen“ Taschen einfacher zu beladen weshalb sie von mir auf längeren Strecken den Vorzug bekommen. Zusätzlich erscheinen sie mir mittlerweile auch etwas robuster. Ich kann also bis auf 2-3 Wochenendtripps keine Aussage zur Langzeiterfahrung im Offroadeinsatz bei der 48l Version machen. Aber voll beladen im Offroad-Einsatz habe ich leichte Zweifel.
(Die Touratech Extreme führe ich hier nicht weiter auf, sie waren mir den Rhinos zu ähnlich.)

Vergleich Kriega und Rhinowalk

Ein weiteres gutes System bietet für mich Kriega. Interessiert habe ich mich dafür, da es rechteckige Taschen ohne Gepäckträger sind. Overlander-S Rackless System schimpft sich das ganze.
Die Taschen sind denen von Rhinowalk recht ähnlich, also vermutlich eher andersrum. Kriega gibt 18L an und die Rhinos haben 20L pro Tasche. Vom Material sind sie nicht so weit auseinander, die Kriega haben teilweise ein lederähnliche Oberfläche außen. Das wirkt sehr robust, beim restlichen Stoff erscheinen mir die Rhinos griffiger und widerstandsfähiger. Wo man den Unterschied auf jeden Fall merkt sind die Ösen und Laschen, hier wirkt Kriega mindestens eine Nummer besser, was auch etwas mehr vertrauen schafft. Vom Platz nehmen sie sich nicht viel, auch wenn der Unterschied ja zwei Milchpackungen betragen soll. Geschätzt würde ich auf einen Liter tippen. Mein Ausrüstung passt etwas fluffiger in die Rhinos, bei Kriega passte es gerade so.

Was mich aber wirklich überrascht hat ist die OS-Base, also der Sattel zu Befestigung. Auf dem Bild oben ist die normale OS-Base zu sehen, die speziell für die CRF 300 entworfene habe ich zwischenzeitlich gekauft und verbaut. Ihr seht sie auf dem unteren Bild.


Ich konnte mir bei der Base eigentlich nicht vorstellen das die Befestigung damit vernünftig funktioniert. Schließlich hat man noch ein Element mehr, das mit Riemchen & Co befestigt wird. Aber es funktioniert wirklich sehr gut und auch das Prinzip einfach nur mit den hinteren Riemen zu spannen, ist wirklich durchdacht und simpel. Dadurch sind die Taschen auch in wenigen Sekunden ab & angebaut, ein Vorteil zu den Rhinos. Es gibt von der OS-Base zwar auch einen Nachbau von Rhinowalk, allerdings setzt er das praktische System nicht so um wie es gedacht ist. Es ist mehr ein Halter an dem man durch eine Vielzahl von Molleschlaufen verschiedenste Taschen mit einem Mollesystem anbringen kann. Die Rhinobase ging sofort wieder zurück. Im Bild unten seht ihr die Kriega OS-18 mit weißem Inlet und die Rhinowalk mit dem gelben Inlet.

Mir persönlich gefällt das Kriega System ohne Gepäckträger sehr gut, aber es hat auch seinen Preis. Es ist einfach, stabil und unkomplizierter als die Rhino Multifunktional, die ich immer noch gerne im Einsatz habe.

Tipp:

Was mich wirklich überzeugt hat und man bei einer Vielzahl von Gepäcklösungen gebrauchen kann sind die sogenannten Rokstraps. Diese Spanngurte mit einem Elastomer verhindern wirklich jegliches lösen und das übliche Nachspannen hat sich erledigt. Gerade für Gepäckrollen und Hecktaschen auf Enduros ohne Gepäckträger eine gute Lösung.

Hier noch ein paar kleine Taschen die bei mir zum Einsatz kommen:

Molle Taschen (nicht Wasserdicht) zur Erweiterung der Satteltaschen:

Magarrow Tactical Molle Pouch Taille Hängetasche, Größe: ca. 8,3 x 4,3 x 2in

Die Werkzeugtaschen:

TRIWONDER Taktische Hüfttasche & TRIWONDER Molle Klein Tasche / EDC Pouch

Als Kultur bzw. Badetasche:

Flintronic Erste Hilfe / Taktische Hüfttaschen

Die Werkzeugtaschen oder die Badetasche passen auch in ein Hüft bzw. Bauchtasche wie die Kriega R3.