Werkzeug & Tools

Früher oder später baut einem die Natur einen unplanmäßigen Halt in die Tour. Wobei es Erfahrungsgemäß eher Überreste der Zivilisation sind die z.B. an den Reifen nagen.

Aber auch die nasse Wiese oder einfach ein bisschen Übermut kann einem zum Verhängnis werden und schon macht der Bremshebel die Biege. Gut wenn man entsprechendes Werkzeug dabei hat, um sich mindestens bis zur nächsten Tankstelle zu retten. Ich habe mir dafür zwei Werkzeugsätze zusammen gestellt die ich hier kurz vorstelle.

Werkzeugsatz klein

Der Kleine in der unteren Bildhälfte fährt immer mit, die Werkzeuge in der oberen Hälfte, nur wenn ich fern der Heimat mit der Enduro unterwegs bin. Das Standartset unten besteht aus den gebräuchlichen Schlüsselweiten, in meinem Fall für eine Honda 8, 10, 12 und 14mm. Dazu Kabelbinder, Tape und etwas Draht. Inbusschlüssel für Verkleidung und Sitzbank + einfaches Multitool & Schraubendreher. Gerade bei den letzten Positionen ist es eigentlich egal ob man nun eine leichte Einzylinder fährt oder ein Dickschiff durch´s Gelände bewegt. Mit Tape, Draht und ein paar Kabelbindern kann man so einiges notdürftig zusammenflicken. Als sehr nützlich hat sich übrigens auch eine Kopflampe erwiesen. Gibt’s bei Decathlon (FORCLAZ ONight100)  für einen Zehner.

Werkzeugset groß für den Reifenwechsel

Das Set für den Reifenwechsel umfasst je nach Motorrad natürlich eine unterschiedliche Ausstattung. Vorder- wie Hinterrad müssen ausgebaut werden können. Dazu dann das Equipment um die Reifen ab und auf zu montieren.

Für die Hinterachse habe ich mir einen Kombischlüssel mit Montierhebel (Tire Lever) aus T6 Aluminium gekauft. Es gibt Sie von verschiedenen Anbietern in den üblichen Größen für Reiseenduros wie für die normale Sportenduro. Der abgebildete ist von www.rollingmavericks.com und verträgt auch mal über 80Kg wenn es klemmt.

Ultraleichte Maul und Ringschlüssel, gibt es in allen Größen von Asahi (Made in Japan). Die ultraleichten Schlüssel sind ca. 30 – 40% leichter als normale Maul oder Ringschlüssel. Natürlich tut es auch erstmal der normale aus dem Baumarkt oder Zubehör.

Kleine Montiereisen von ca. 20cm gibt es online wie auch im Werkzeughandel z.B. von Gedore. Die kleinen Hebel reichen in Verbindung mit dem Kombischlüssel völlig aus. Für die 250Kg Reisedampfer mit 170er Reifen nimmt man ansonsten den Ständer als Meinungsverstärker und packt sich ein etwas längeres Eisen unter die Sitzbank.

Als äußerst wertvoll betrachte ich das Ventileinziehwerkzeug. Es erleichtert die Arbeit deutlich und kostet nicht die Welt. Bei widerspenstigen Reifen hat sich auch der „Reifenuntenhalter“ (Bead Buddy) von MotionPro bewährt. Es gibt ihn aber auch von anderen Herstellern.

Ein Antriebsadapter (BGS 8210) für einen Ringschlüssel ( z.B. 19mm ) ermöglicht es diesen Schlüssel als Knarre oder zumindest Knebel für eine Inbusnuss zu nutzen. Des weiteren seht ihr in der Übersicht oben noch eine Ampulle Getriebeöl für die Kette und ein Werkzeug (rot) um das Ventil auszubauen. Zum aufpumpen der Räder verwende ich einen manuellen Kompressor, auch Luftpumpe genannt. Robust, leicht und immer einsatzbereit.

Wenn man dann noch ein wenig Talkum und Reifenmontagepaste dabei hat (im gelben Ü-Ei) kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Um die Räder ohne Hauptständer auszubauen empfiehlt sich ein Spanngurt um die Enduro z.B. an einem Baum/Verkehrsschild zu fixieren (siehe Reifenwechsel) oder man nimmt die Krücke. Vergesst nicht das Flickzeug einzupacken.

Tipp:

Für Achsen & Co verwende ich übrigens Bootsfett.